La dernière chance / Die letzte Chance

La dernière chance

Zusammenfassung:

A) Erstes Fragment: Drôle d’amitié

Brunet führt sein strenges Regime im Gefangenenlager weiter. Obwohl er der Typ Kommunist ist, der sich in der Überzeugung von der Objektivität der Gesetze der kommunistischen Theorie und der Richtigkeit der Entscheidungen der Partei über alle Individuen hinwegsetzt, versteht er sich gut mit Schneider, der in dieser Hinsicht sein Gegenteil ist. Einen Bruch erleidet seine Welt, als Chalais, ein ehemaliger kommunistischer Abgeordneter und sturrer kommunistischer Eierkopf, der nie viel mit der Basis zu tun hatte, in seine Welt im Gefangenenlager eintritt. Chalais teilt Brunet mit, dass die UdSSR die Nazis mit Material unterstützt und die Partei offen die Parole der Kooperation mit den deutschen Besetzern herausgegeben hat. Eine Änderung der politischen Ausrichtung, die an Les mains sales gemahnt. Chalais deckt auch auf, dass Schneider eigentlich Vicarios ist, ehemals Chefredakteur einer algerischen Zeitung, der nach der Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Nicht-angriffspakts 1939 aus der Partei austrat. Die Partei wirft ihm (wie Nizan) vor, ein Polizeispitzel zu sein. Brunet muss nun im Gefangenenlager hinter Chalais zurücktreten. Doch sich ganz selbst verleugnen will er nicht. Brunet ist nicht bereit, Selbstkritik zu üben. Brunet und Schneider, den Brunet mit der Faust gegen seine kommunistischen Genossen verteidigen muss, sind nun beide Outlaws. Sie entschliessen sich zu fliehen. Doch verraten von einem Kommunisten misslingt die Flucht. Schneider wird dabei erschossen. Brunet, der vorher für die Partei alles tun wollte, der bereit war, sich wie die sowjetischen Führer in den Moskauer Schauprozessen für schuldig zu erklären, obwohl er unschuldig ist, erlebt hierbei seine Konversion: „Ich pfeife auf die Partei!“

B) Weitere erhaltene Fragmente :

Mathieu hat seine Attacke auf dem Kirchturm überlebt. Verletzt muss er zuerst von seiner Verwundung genesen. Hernach wird er ins selbe Gefangenenlager eingeliefert, in dem auch Brunet sitzt. Er führt das Leben eines Gefangenen, das sich nicht von dem eines Toten unterscheidet, nur dessen Vorteile nicht hat. Die Niederlage hat den Sinn all dessen zerstört, was sie erlebt haben. Sie haben keine Zukunft mehr. Er entschliesst sich, nicht mehr darüber nachzudenken, was er ist, sondern nur über das, was er tut.

Brunet will immer noch fliehen. Hierbei begegnet er in der Künstlerbaracke Mathieu wieder, der eine Fluchthilfeorganisation aufgezogen hat. Nochmals debattieren sie, was besser ist, die Welt im ganzen verändern zu wollen oder den Einzelnen zu helfen. Und während Mathieu den Verräter, der auch Chalais und seine Genossen an die Deutschen ausgeliefert hat, umbringen lässt, gibt Mathieu Brunet noch einen letzten Rat. Er solle nicht aus der Partei austreten, denn ohne die Partei sei er nichts. Natürlich werde er nie mehr wie früher ganz in der Partei sein können; er werde immer draussen und drinnen zugleich sein. Doch genau das ist ein Mensch.

C) Nicht erhaltene Fragmente:

Brunet gelingt dank Mathieu die Flucht. Er muss feststellen, dass der PCF, ähnlich wie in Les mains sales, erneut seine Politik geändert hat und nun die Kollaborateure verdammt. In Paris gelingt diesem die Rehabilitation von Schneider-Vicarios, worauf er sich der Résistance anschliesst. Mathieu wird von Daniel, der ähnlich wie der ebenfalls schwule Drieu de la Rochelle mit den Deutschen zusammenarbeitet, als Zeitungsredaktor nach Paris gerufen. Doch Mathieu taucht unter und arbeitet illegal. In der Illegalität wird aus Mathieu, dem individualistischen Abenteurer, einer, der sich in kollektiver Disziplin voll engagiert. Mathieu heiratet Odette, die sich von Jacques scheiden lässt. Mathieu wird später verhaftet und stirbt unter der Folter. Auch die meisten andern sterben: Philippe, der aus Groll gegen Daniel und um zu beweisen, dass er kein Feigling ist, Widerstandskämpfer wird; Daniel, der sich aus Kummer um Philippe mit wichtigen deutschen Persönlichkeiten in die Luft sprengt; Sarah, die bei der Verhaftung mit Pablo durchs Fenster aus dem Zimmer springt; wahrscheinlich auch Boris beim Absprung mit dem Fallschirm.

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